HintergrĂĽnde

“Size matters in luxury yachting“
quietplace.jpgDie Superyachtindustrie boomt. Jeden Tag kommen neue Yachten mit Längen über 30 Meter hinzu. Die Entwicklung der letzten 10 Jahre in diesem Bereich ist so rasant, dass selbst Yachten von 60 bis über 100 Metern Länge keine Seltenheit mehr sind. Reuters berichtet, dass es noch vor 15 Jahren nur etwa 800 Yachten in Europa gab, die 20 Meter Länge überschritten – inzwischen seien es 30.000. Ab 30 Meter aufwärts sei ein Ende des Booms noch lange nicht abzusehen. Der Yacht Report 2006 schreibt dazu: „Weltweit sind in diesem Jahr circa 22 Kilometer Yachten mit Größen von über 30 bis weit über 100 Metern im Bau.“ Superyachten werden „für die Ewigkeit“ konstruiert und Deutschland hat einen erheblichen Anteil an ihrem Bau. Aber bisher wurden noch kaum Anstrengungen unternommen, die Eigner dieser Yachten auch für einen Einsatz ihrer Schiffe in hiesigen, bestens geeigneten Gewässer zu interessieren. Im Gegenteil: Im Ostseeraum wurde die touristische Nutzung des Superyachtbooms bisher vollkommen verschlafen.

Die Megayachtindustrie als „Jobmaschine“
Weltweit spielen Megayachten für die Wirtschaft ganzer Regionen eine wichtige Rolle. Denn es geht nicht nur um die Bereitstellung entsprechender Marinas, sondern um Industrie und Handwerk, um Werften, Zulieferer, Ausrüster und die gesamte Tourismusbranche. Alle diese Bereiche können von der erfolgreichen Ansiedlung einer funktionierenden Infrastruktur für Megayachten nur profitieren. Dies ist ein Potenzial, das im Ostseeraum noch völlig brach liegt.

Beschränkungen und Probleme in anderen Fahrtgebieten
hurrikane.jpgGrundsätzlich gilt, dass der wachsenden Zahl von Megayachten ein viel zu niedriges Angebot an passenden Liegeplätzen gegenübersteht. Darüber hinaus haben die klassischen Reviere wie das Mittelmeer und die Karibik mit erheblichen Problemen zu kämpfen. Die schweren Hurrikanschäden der vergangenen Jahre haben in der Karibik dazu geführt, dass die Versicherer für Yachten, die während der besonders hurrikangefährdeten Sommermonate im karibischen Raum bleiben, keinen oder nur sehr geringen Versicherungsschutz gewähren. Diese Beschränkung wird zukünftig möglicherweise auch auf die Gebiete Florida ausgedehnt. Ausweichreviere für diese Yachten sind der Nordosten der USA, Europa oder Asien. In Europa drängen sie vor allem in das von Superyachten ohnehin schon stark frequentierte Mittelmeer. Die Liegeplatzpreise im mediterranen Raum sind bereits so stark angestiegen, dass sich unter den Yachteignern Unmut breit macht und es auch schwerer wird einen Platz zu finden. Hinzu kommen Prognosen, wonach im Zuge des globalen Klimawandels sich Temperaturen zu Gunsten nördlicher Länder verändern werden. In südlichen Gegenden wird es zunehmend heißer, mit den damit resultierenden Folgen für Umwelt und Yachttourismus/Tourismus. Mit einer Verschärfung der Hurrikangefahr in der Karibik und einer Häufung von starken Unwettern ist zu rechnen. Aber auch in der Baltic Sea Region ist mit 30 bis 90 warmen Tagen mehr zu rechnen.
Last but not least spielt auch das Thema Sicherheit für die Superyachtszene eine nicht zu unterschätzende Rolle: Neben den Problemen mit zunehmender Kriminalität (und Piraterie) in der Karibik sorgt man sich auch um die Sicherheitslage im Mittelmeerraum, wo etwa die Terrorismusgefahr, religiös motivierte Unruhen sowie zunehmende illegale Migrationsbewegungen die Gesamtsituation negativ beeinflussen.

Auf zu „neuen Ufern“
ladymoura.jpgDer Trend ist eindeutig, die Nachfrage bei Schiffseignern und Kapitänen groß: Die Megayachtszene ist auf der Suche nach neuen Zielen, mehr und mehr große Yachten wollen Reviere erkunden, die noch völlig „off the beaten track“ liegen.

Hier eröffnet der Ostseeraum phantastische Perspektiven: Die deutsche Ostseeküste, Skandinavien und das Baltikum sind mehr als attraktive Ziele – sofern sich die Verhältnisse zugunsten von Megayachten verändern. Zwar ist es auch jetzt schon möglich, mit großen Yachten im Ostseeraum zu kreuzen, aber es fehlt an Yachthäfen, die Schiffen dieser Art geeignete Liegeplätze und die dazu gehörigen Anlagen bieten können.

Vom Kreuzfahrttourismus lernen
kreuzfahrt.jpgDie Kreuzfahrer haben es vorgemacht: Während das Wachstum im Segment der First-Class-Cruises seit der Jahrtausendwende weltweit bei 6 Prozent im Jahr lag, verzeichnet der Ostseeraum in diesen Jahren mit jährlich 15 Prozent eine mehr als doppelt so hohe Zuwachsrate. The Triton veroffentlichte dazu folgendes : „ Coverments arount the Baltic Sea announced this year it is the No.1 emerging destinationin the world. Die Ostsee-Anrainer Staaten profitieren davon, „new destinations“, also neue Ziele zu sein; es sind sichere Länder mit wunderschönen Landschaften, reich an tausendenjvon Jahren alter Kultur und Geschichte. Hierzu schreibt das Nordicum Scandinavian Business Magazine (Ausgabe 4/2006): „In the Baltic Sea Region one can, for example, experience spectacular natural phenomenal lights, while enjoying a delightfully mild summer climate. That’s why the natural experience is one of its branding themes. Other themes are the history spanning centuries, all the Baltic destinations boast magnificent places and carry remarkable treasures of the past and present.”